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Behandlungspflege: diese Leistungen übernimmt die Krankenkasse

Im Krankenhaus profitieren Patienten von einer permanenten medizinischen Betreuung. Aber nicht nur dort, auch zu Hause, in einem Pflegeheim oder in einer Wohngemeinschaft sind manche Menschen auf medizinische Unterstützung angewiesen. Mit einer ärztlichen Verordnung kann sichergestellt werden, dass Sie oder Ihre Angehörigen medizinisch versorgt werden.

Wie erhalten Sie die Pflegeleistung?

Alle Leistungen der Behandlungspflege sind im Sozialgesetzbuch Fünf (SGB V) aufgeführt, Fachpersonal spricht daher auch oft von SGB-V-Leistungen. Die Versorgung außerhalb des Krankenhauses kann ausschließlich von einem Arzt verordnet werden, der dafür eine Verordnung ausstellt.

Aus dieser Verordnung muss eindeutig hervorgehen,
warum die Leistung erbracht werden muss. Die Krankenkasse kann die Erbringung der Leistung im Zweifelsfall ablehnen.

Es gibt verschiedene Gründe, warum eine Verordnung ausgestellt wird.
So kann eine medizinische Behandlungspflege zur Sicherstellung der Gesundheit verordnet werden. Sie wird immer dann ausgestellt, wenn der Patient die Leistung aus medizinischen Gründen selbst nicht erbringen kann.

Darunter fallen Leistungen wie:

  • die Medikamentengabe
  • die Insulininjektion
  • die Wundversorgung

Bei der Krankenhausvermeidungsspflege verordnet ein Mediziner eine Leistung zur Verhinderung oder Verkürzung eines Aufenthalts im Krankenhaus. Mit der Verordnung in der Hand können Sie einen ambulanten Pflegedienst beauftragen oder im Pflegeheim die Leistung durch das Fachpersonal einfordern. Grundsätzlich können Sie selbst entscheiden, wer die verordneten Leistungen ausführt.

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Kosten und Dauer der Leistungen

Eine Erstverordnung wird generell nur für maximal 14 Tage ausgestellt, jede Folgeverordnung kann eine längere Gültigkeit besitzen.

  • Sie müssen für jede Verordnung eine Zuzahlung in Höhe von 10 Euro, für die erste Verordnung aber mindestens 10 Prozent der Kosten übernehmen
  • Die Kosten hängen also von der verordneten Leistung ab
  • Bei einer dauerhaften Erkrankung kann eine Leistung theoretisch ein Leben lang in Anspruch genommen werden.
  • Die Krankenkasse wird aber bei jeder Folgeverordnung eine Notwendigkeit prüfen.

Neben der Behandlungspflege können Mediziner auch die Grundpflege (Körperpflege)
oder eine hauswirtschaftliche Tätigkeit verordnen. In der Regel prüfen die meisten Krankenkassen eine solche Verordnung sehr genau. Ist zu erwarten, dass dauerhaft Hilfe im Haushalt oder zur Körperpflege erforderlich ist, wird die Verordnung mit Verweis auf Leistungen der Pflegekasse abgelehnt.

Beachten Sie daher: Eine Verordnung ist eine Leistung der Krankenkasse, Pflegeleistungen fallen nach Sozialgesetzbuch Elf (SGB IX) in den Zuständigkeitsbereich der Pflegeversicherung.

Welche Leistungen gibt es

Die Behandlungspflege umfasst alle Leistungen, die ausschließlich medizinisches Fachpersonal ausführen darf.

Die häufigsten Leistungen sind:

  • Stellen und Verabreichen von Medikamenten
  • Wundversorgung und Verbandswechsel
  • Kompressionsstrümpfe an- und ausziehen
  • Katheter- und Stomaversorgung
  • Blutdruck- und Blutzuckermessung
  • Verabreichen von Injektionen
  • Dekubitusbehandlung
  • Anlegen von Kompressionsverbände

Unter der Grundpflege werden alle Leistungen zusammengefasst
die zum Waschen, Essen und Trinken sowie der Ausscheidung gehören. Auch das An- und Auskleiden fällt unter diesen Punkt. In der Regel werden diese Leistungen für maximal vier Wochen verordnet oder von der Krankenkasse genehmigt.


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