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Finanzierung der Pflege - so geht es richtig!

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Wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig wird, stehen die Angehörigen oft vor großen Herausforderungen. Dazu gehört vor allem die Entscheidung, wie die Pflege organisiert werden soll und welche der von der Pflegeversicherung angebotenen Leistungen in Anspruch genommen werden können.

Pflegegeld oder Pflegesachleistungen?

Je nachdem, ob ein Pflegebedürftiger zu Hause oder stationär betreut wird, zahlt die Pflegekasse unterschiedliche Leistungen.

  • Pflegesachleistungen nennt man die Hilfe von professionellen Pflegediensten.
  • Pflegegeld erhält der Pflegebedürftige für die Betreuung und Pflege durch Angehörige, Nachbarn oder Freunde zu Hause.

Pflegegeld für die Betreuung zu Hause

Rund 70 % der Pflegebedürftigen entscheiden sich, meistens auch aus finanziellen Gründen, für die häusliche Pflege. Diese kann entweder von Angehörigen oder von ehrenamtlichen Helfern übernommen werden. In diesen Fällen besteht ein Anrecht auf Pflegegeld. Wie hoch das Pflegegeld ist, richtet sich nach dem Pflegegrad:

  • Pflegegrad 1: 125 Euro
  • Pflegegrad 2: 316 Euro
  • Pflegegrad 3: 545 Euro
  • Pflegegrad 4: 728 Euro
  • Pflegegrad 5: 901 Euro

Weitere Zuschüsse

Umbaumaßnahmen oder Wohnungsanpassungen
Werden Pflegebedürftige zu Hause gepflegt und betreut, sollte das Wohnumfeld an die besonderen Belange des Pflegebedürftigen angepasst werden. Für entsprechende Umbaumaßnahmen oder Wohnungsanpassungen, wie zum Beispiel Türverbreiterungen für den Rollator oder den Rollstuhl, das Beseitigen von Türschwellen, den Einbau einer altersgerechte Dusche, leistet die Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse bis zu einer Höhe von 4000 Euro.

Pflegehilfsmittel
Bis zu einer Höhe von 40 Euro monatlich werden ab Pflegegrad 1 auch die Kosten für Pflegehilfsmittel (zum Beispiel Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen, Einmalhandschuhe).

Wohngruppenzuschlag
Auch Bewohner ambulant betreuter Wohngruppen können von der Pflegeversicherung zusätzliche Förderungen erhalten. So haben Senioren, die in einer Pflege-WG wohnen und Pflegegeld, ambulante Pflegesachleistungen bzw. Betreuungs- und Entlastungsleistungen beziehen, Anspruch auf den sogenannten Wohngruppenzuschlag. Der liegt monatlich bei 214 Euro, sofern mindestens zwei weitere Mitbewohner einen Pflegegrad haben. Damit könnte eine Person finanziert werden, die in der Pflege-WG zum Beispiel organisatorische, betreuende oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten übernimmt.

Anschubfinanzierung zur barrierefreien Umgestaltung der Wohnung 
Wer Anrecht auf den Wohngruppenzuschlag hat, kann zudem bei der Neugründung einer Pflege-WG eine Anschubfinanzierung zur altersgerechten oder barrierefreien Umgestaltung der Wohnung  beantragen. Die Pflegekasse gewährt dafür pro Person unabhängig vom Pflegegrad, bis zu 2.500 Euro. Pro Wohngemeinschaft ist der Betrag auf 10.000 Euro begrenzt.

Pflegesachleistungen

Möchten Pflegebedürftige in ihrem eigenen Zuhause gepflegt werden, haben jedoch keine Angehörigen oder diese stehen nicht zur Verfügung, können sie mithilfe der sogenannten ambulanten Pflegesachleistungen die Hilfe eines professionellen ambulanten Pflegedienstes in Anspruch nehmen.

Voraussetzung hierfür ist mindestens Pflegegrad 2.

 Zu Pflegesachleistungen zählen zum Beispiel: Hilfen bei der Körperpflege, Ernährung und Bewegung der Betroffenen (Grundpflege) sowie Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Auch hierbei ist der dafür zur Verfügung stehende Betrag abhängig von der Höhe des Pflegegrades:

  • Pflegegrad 2: 689 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.298 Euro
  • Pflegegrad 4: 1.612 Euro
  • Pflegegrad 5: 1.995 Euro.

Verhinderungspflege
Sind pflegende Angehörige durch Krankheit oder einen Urlaub vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung für Pflegebedürftige im Rahmen der sogenannten Verhinderungspflege die Kosten einer Ersatzpflege in Höhe von in der Regel bis zu 1.612 Euro für längstens sechs Wochen je Kalenderjahr. Voraussetzung hierfür ist ebenfalls mindestens Pflegegrad 2.

Kurzzeitpflege
Für die Kurzzeitpflege in einer Pflegeeinrichtung stehen pro Kalenderjahr ebenfalls 1.612 Euro für einen Zeitraum von bis zu acht Wochen zur Verfügung.

Tages- und Nachtpflege.
Außerdem haben Pflegebedürftige, die mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft ist, Anspruch auf die Leistungen der Tages- und Nachtpflege.

Entlastungsbetrag
Zusätzlich steht allen Pflegebedürftigen unabhängig vom Pflegegrad ein sogenannter Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat zu. Dieser Betrag ist insbesondere für die Unterstützung im Alltag gedacht. Er kann zum Beispiel für Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege, Angebote zur Unterstützung im Alltag, z.B. haushaltsnahe Dienstleistungen, Gruppenangebote, Alltags- und Pflegebegleiter genutzt werden. Werden 125 Euro im Monat nicht ausgeschöpft, kann der Restbetrag in den Folgemonaten innerhalb eines Kalenderjahres genutzt werden.

Kombinationspflege

Beide Leistungen, Pflegegeld und ambulante Pflegesachleistungen, können aber auch miteinander kombiniert werden. Dies nennt man dann Kombinationspflege.

Das bedeutet, dass der Pflegebedürftige,wenn er die ihm zustehende Sachleistung nur teilweise in Anspruch nimmt, daneben ein anteiliges Pflegegeld erhält. Mit dem Anteil aus dem Pflegegeld kann er dann zum Beispiel einen Angehörigen für dessen Hilfe bezahlen.

Beispiel: Ein Pflegebedürftiger mit Pflegegrad 2 hat Anspruch auf Pflegesachleistungen in Höhe von 689 Euro. Tatsächlich verbraucht werden aber nur 70 % davon (482,30 Euro). Deshalb können 30 % vom Pflegegeld ausgezahlt werden. Bei einem Satz von 316 Euro in Pflegegrad 2 sind das 94,80 Euro.

Beachtet werden muss dabei jedoch, dass bei Antragstellung auf einen Pflegegrad die Entscheidung für eine Geldleistung, eine Sachleistung oder eine Kombinationsleistung getroffen werden muss. Diese Entscheidung gilt dann für mindestens 6 Monate und kann nur unter bestimmten Voraussetzungen geändert werden.

Die vollstationäre Pflege

Für Menschen, die vollstationär in einem Pflegeheim betreut werden, sieht die Pflegeversicherung ebenfalls unterschiedliche Leistungen vor. Auch hierbei ist der zur Verfügung stehende Betrag abhängig von der Höhe des Pflegegrades:

  • Pflegegrad 1: 125 Euro
  • Pflegegrad 2: 770 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.262 Euro
  • Pflegegrad 4: 1.775 Euro
  • Pflegegrad 5: 2.005 Euro.

Den einheitlichen Eigenanteil sowie die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten trägt der Pflegebedürftige jedoch selbst. 

Weitere wichtige Informationen zur Finanzierung der Pflege erhalten Sie auch in unserer neuen Broschüre sowie im Video-Vortrag von Martina Rosenberg.

Bild: © BillionPhotos / stock.adobe.com