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Fristen: So kommen Sie schnell an finanzielle Unterstützung

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Tritt die Pflegebedürftigkeit unerwartet nach einem Unfall oder einer Krankheit ein, ist der Zeitdruck auf die Angehörigen, die Pflege zu organisieren, besonders hoch. Doch gibt es genaue Angaben, wie lange die Bearbeitung des Antrags bei der Pflegekasse dauern darf und unter welchen Bedingungen Sonderfälle gelten.

Fristen der Pflegekasse

Seit Anfang 2018 beträgt die Bearbeitungsfrist der Pflegekasse im Normalfall wieder 25 Werktage. Im Jahr 2017 war diese Frist aufgrund der vielen Änderungen in der Pflegegesetzgebung ausgesetzt worden. Wird diese Frist von der Pflegekasse ohne Verschulden des Antragstellers nicht eingehalten, muss sie für jede weitere, angebrochene Woche 70 Euro zahlen. Darüber hinaus muss dem Antragssteller innerhalb von zwei Wochen nach Eingang seines Antrags mitgeteilt werden, dass er Anspruch auf eine Pflegeberatung hat und wo er diese erhält. Auch wichtige Antragsformulare muss der Antragssteller erhalten und der MDK-Besuch eingeleitet werden.

Tipp: Hier erfahren Sie, wie Sie sich optimal auf den Besuch des Gutachters vorbereiten!

Sonderfälle

In manchen Fällen kann die erlaubte Bearbeitungsdauer der Pflegekasse auch kürzer als die eigentlichen 25 Werktage sein. Beispielsweise wenn sich der Antragssteller in einem Krankenhaus, bei einer Rehabilitationsmaßnahme oder im Hospiz befindet. Dann verkürzt sich die Bearbeitungszeit auf eine Woche. Auch wenn Angehörige Pflegezeit beantragen, verkürzt sich die Bearbeitungszeit von fünf auf zwei Wochen.

Was tun bei zu langen Wartezeiten?

Nimmt die Bearbeitung durch die Pflegekasse mehr Zeit in Anspruch als die geltenden Fristen und erhält man hierfür keine vernünftige Begründung und erfährt auch auf Nachfrage nichts, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine einstweilige Anordnung erwirkt werden. Dies geht auch ohne die Hilfe eines Anwalts. Es reicht, wenn man bei der Geschäftsstelle des Sozialgerichts dem Rechtspfleger den Fall darlegt. Problematisch ist hierbei allerdings, dass in den meisten Fällen ein Gutachten erforderlich ist. In besonders schweren Fällen kann nach sechs Monaten ohne Rückmeldung der Pflegekasse auch eine Untätigkeitsklage eingereicht werden.

Was Sie tun können, wenn Ihr Pflegeantrag abgelehnt wurde, erfahren Sie hier

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