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Dass private Altersvorsorge nötig ist, um den Lebensstandard zu halten, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Bei der Pflegeversicherung sieht das anders aus. Viele Menschen verlassen sich komplett auf die gesetzliche Sozialversicherung. Sie übersehen dabei, dass viele Kosten von der Pflegepflichtversicherung nicht übernommen werden.

Eine private Versicherung ist empfehlenswert,
wenn Sie im Alter nicht zum Sozialfall werden oder die Kinder für sich zahlen lassen möchten.

Nur ein Zuschuss aus der Sozialversicherung

Der oft genutzte Vergleich der gesetzlichen Pflegeversicherung mit einer Teilkaskoversicherung hinkt.

  • Die Teilkasko zahlt für bestimmte Gefahren, dann aber vollständig.
  • Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eher vergleichbar mit einer Versicherung mit hoher Selbstbeteiligung.

Nach der Pflegereform des Jahres 2017
gibt es beispielsweise bei Pflegegrad 2 einen monatlichen Zuschuss von 770 Euro bei vollstationärer Pflege. Bei Pflegegrad 5 steigt der Betrag auf 2.005 Euro.

Bezahlt werden nur reine Pflegeleistungen, Unterkunft und Verpflegung trägt der Versicherte in jedem Fall selbst.

Bei durchschnittlichen Kosten eines Heimplatzes von monatlich 3.200 Euro kann man leicht ausrechnen, dass eine hohe Differenz bleibt, die die Rente bei Weitem übersteigen kann. Ein eventuell vorhandenes Vermögen muss aufgebraucht werden, danach ist das Sozialamt dran.

Verschiedene Modelle der privaten Versicherer

Zugegeben, der Pflegebedürftige selbst hat von einer privaten Pflegeversicherung finanziell gesehen wenig. Aber er oder sie kann Pflege in Anspruch nehmen ohne das schlechte Gewissen, seinen Kindern oder dem Staat auf der Tasche zu liegen. Nach dem Gesetz sind Kinder zum Elternunterhalt verpflichtet. Die Sozialämter holen sich deshalb verauslagte Pflegekosten zurück.

Zwar gibt es Freibeträge und Schonvermögen, aber selbst ein Durchschnittsverdiener kann für die Pflege der Eltern mit mehreren hundert Euro im Monat zur Kasse gebeten werden.

Eine private Pflegekosten-Versicherung beteiligt sich nur an Kosten der professionellen Pflege,
wie sie auch im Leistungskatalog der gesetzlichen Versicherung aufgeführt sind. Wer Versicherungsschutz auch für häusliche Pflege – zum Beispiel durch eine osteuropäische Haushalts- und Pflegehilfe – haben möchte, ist mit einer Pflege-Tagegeldversicherung oder eine Pflege-Rentenversicherung besser bedient.

Die Tagegeldversicherung wird unter dem Stichwort Pflege-Bahr mit 5 Euro im Monat staatlich bezuschusst. Die Preise für eine Tagegeld-Versicherung sind je nach Leistungsumfang recht unterschiedlich.

Ein heute Vierzigjähriger muss für 1.500 Euro monatliches Pflegegeld 
mit etwa 30 bis 40 Euro Monatsbeitrag rechnen. Es gibt zwar auf den ersten Blick deutlich günstigere Tarife, die sehen aber einen Beitragsanstieg im Alter vor.

Das sollten Sie wissen

  • Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt nur einen Zuschuss und deckt keine Unterbringungs- und Verpflegungskosten ab.
  • Eine private Pflegekostenversicherung erhöht diesen Zuschuss, kommt aber nicht für andere Leistungen wie zum Beispiel eine häusliche Pflegehilfe auf.
  • Privates Pflegetagegeld und Pflegerente werden dagegen zur freien Verwendung gezahlt.
  • Nur die Beiträge zur Pflege-Tagegeldversicherung werden staatlich bezuschusst.

Bild: © tuk69tuk / stock.adobe.com