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Reha-Maßnahmen für pflegende Angehörige

Laut Koalitionsvertrag von CDU und SPD sollen Angehörige von Pflegebedürftigen künftig einen Rechtsanspruch auf eine Auszeit samt Reha-Leistungen haben. Warum ein eine Rehabilitation oder Kur besonders wichtig ist und leider noch zu wenig und zu selten genutzt wird, haben wir zusammengestellt!

Was unterscheidet Berufstätige und pflegende Angehörige?

Pflegende Angehörige kümmern sich in den meisten Fällen Rund-um-die-Uhr um ihren pflegebedürftigen Angehörigen. Bei vielen Berufstätigen ist die Arbeitszeit klar geregelt und man hat entsprechend Feierabend und eine Auszeit von der Arbeit. Bei pflegenden Angehörigen ist dies leider nicht oft der Fall, denn die meisten sind 24 Stunden an sieben Tagen der Woche im Einsatz. Auch der Urlaubsanspruch Berufstätiger ist klar geregelt. Pflegende Angehörige verzichten sehr oft auf ihren Urlaub, weil sie die Kurzzeitpflege nicht in Anspruch nehmen möchten und ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Pflegebedürftigen hätten. Wenn der pflegende Angehörige neben der Pflege auch noch selbst berufstätig ist, ist die Belastung noch größer.

Woran erkenne ich, dass ich eine Auszeit brauche?

Da die Pflege physisch und psychisch sehr belastend ist und sich dieser Zustand über einen langen Zeitraum erstrecken kann, fühlen sich pflegende Angehörige oft überfordert. Dass Sie unter einer Überbelastung leiden, können Sie an folgenden Symptomen feststellen:

  • Schlafprobleme
  • Anhaltende Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Innere Leere
  • Nachlassende Leistungsfähigkeit
  • Unkonzentriertheit

Diese Symptome können ein Zeichen für Überbelastung sein. Damit man als pflegender Angehöriger gar nicht erst unter Überbelastung leidet, ist es wichtig, dass man Hilfe in Anspruch nimmt und sich regelmäßig selbst pflegt. Eine Möglichkeit, um sich vom Pflegealltag zu distanzieren, ist eine Rehabilitation oder Kur.

Welche Rehabilitationsmaßnahmen gibt es?

  • Bei stationären Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen werden Sie  ganztägig in einer Kurklinik behandelt und verpflegt. Sie sind grundsätzlich auf eine Dauer von drei Wochen ausgelegt und dürfen in der Regel alle vier Jahre wiederholt werden. 
  • Eine ambulante Vorsorge- oder Rehabilitationskur wird bei leichteren gesundheitlichen Störungen verordnet oder wenn bereits erste Risikofaktoren vorliegen. Sie wird nur in anerkannten Kurorten bzw. Heilbädern durchgeführt.
  • Eine Kompaktkur hingegen sieht einen intensiveren Behandlungsablauf vor als die ambulante Vorsorgekur, wird aber nur für bestimmte Krankheitsbilder und nicht in allen Kurorten angeboten.
  • Ambulante Rehabilitationsmaßnahmen in wohnortnahen, auch teilstationären Einrichtungen bieten alle medizinischen und therapeutischen Leistungen der stationären Variante.

Besonderheiten an Rehabilitation für pflegende Angehörige

Bei speziellen Rehabilitations-Maßnahmen für pflegende Angehörige werden die Teilnehmer in Gruppen drei Wochen lang von Fachpersonal psychologisch betreut und nehmen teil an Angehörigenschulungen und Themengesprächskreisen (z.B. über Demenz). Darüber hinaus werden Techniken zur Entspannung und Stressbewältigung gezeigt und durch Rückenschule und Wirbelsäulengymnastik das körperliche Wohlbefinden verbessert.

Wie wird die Rehabilitation oder Kur beantragt?

Zuerst wird in einem ausführlichen Gespräch mit dem Hausarzt die Situation anhand körperlicher Beschwerden, der Lebensumstände und seelischen Belastungen festgestellt. Der Arzt empfiehlt eine Kur nämlich nicht nur nach der Schwere einer bereits bestehenden Erkrankung, er kann sie auch als Präventivmaßnahme anordnen, damit akute Gesundheitsrisiken nicht zu einer langfristigen Erkrankung führen.

Gemeinsam mit dem Hausarzt wird das Antragsformular ausgefüllt, das anschließend beim Kostenträger eingereicht werden muss.

Bild: ©  Kzenon4 / stock.adobe.com

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