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Schluckstörungen rechtzeitig erkennen und behandeln

Schluckstörungen gehören zu den häufigsten Beeinträchtigungen älterer Menschen. Etwa 20% der Menschen, die über 55 Jahre alt sind, leiden unter diesem Problem. Der Schluckvorgang ist äußerst komplex und zahlreiche Muskeln und Nerven müssen zusammenarbeiten, um problemloses Kauen und Schlucken zu ermöglichen. 

Wie erkenne ich Schluckstörungen?

Eine Schluckstörung zu erkennen, ist nicht einfach, denn die Symptome dafür sind nicht ganz eindeutig. Auf folgende Anzeichen sollten Sie besonders achten:

  • Verändertes Ess- und Trinkverhalten: Betroffene von Schluckstörungen brauchen deutlich mehr Zeit zum Essen oder Trinken, was ein erstes Anzeichen sein kann. Auch werden bestimmte Nahrungsmittel, die besonders schwer zu schlucken sind, plötzlich vermieden.
  • Veränderte Stimme: Besonders nach dem Essen kann die Stimme sehr rau und angeschlagen klingen. Auch können Nahrungsreste in der Speiseröhre stecken bleiben und den Klang der Stimme beeinflussen.
  • Häufiges Räuspern während der Mahlzeiten: Da die Betroffenen während der Mahlzeiten oft an Atemnot leiden, räuspern sie sich häufig oder husten. 

Was sind die Auslöser für Schluckstörungen?

Auslöser für Schluckstörungen können Erkrankungen wie beispielsweise Demenz oder ein Schlaganfall sein, die die Schluckfunktion im Gehirn stören. Aber auch Mandelentzündungen oder Erkrankungen im Rachenraum können Schluckstörungen auslösen. Ein schlechter Zustand der Zähne kann ebenfalls Ursache sein.

Welche Folgen haben Schluckstörungen?

Dadurch dass das Essen und Trinken mit Schluckstörungen für die Betroffenen sehr anstrengend und unangenehm ist, nehmen sie meist zu wenig Nahrung und Flüssigkeit zu sich. Dies führt zur Infektanfälligkeit, Müdigkeit und auch zur Einschränkung verschiedener Muskelfunktionen. Mehr Informationen zum richtigen Trinkverhalten bei Pflegebedürftigen finden Sie hier.

Was können Sie gegen Schluckstörungen tun?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie als pflegender Angehöriger Patienten mit Schluckstörungen unterstützen können:

  • Sorgen Sie beim Essen für die richtige Sitzposition und vermeiden Sie Ablenkung, damit sich der Betroffene auf die Mahlzeit konzentrieren kann.
  • Nutzen Sie Hilfsmittel, wie beispielsweise spezielle Trinkbecher
  • In einer Schlucktherapie lernen die Betroffenen und auch die Angehörigen Übungen, die das Schlucken erleichtern
  • Auch Logopäden können helfen und trainieren mit den Betroffenen die Atmung, Haltung und Aufnahme von Essen und Trinken 

Bild: © Sea Wave / stock.adobe.com