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Wissen, was die Krankenkasse für die Pflege zahlt

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Viele pflegende Angehörige verlieren die Übersicht, wenn es darum geht, welche Kosten von wem übernommen werden und wo man welche Leistungen beantragen muss. Nicht ausschließlich trägt die Pflegekasse die Kosten, denn bei medizinischen Problemen und Maßnahmen übernehmen die Krankenkassen.

Vorab richtig informieren

Gerade bei Hilfsmitteln ist es häufig der Fall, dass man sich an den falschen Ansprechpartner wendet. Eigentlich sollten beide Kassen miteinander kommunizieren, aber dies klappt nicht immer problemlos. Die meisten Hilfsmittel für die Pflege werden zunächst bei den Krankenkassen beantragt. Wenn der Antrag aber abgelehnt wird, weil es sich um Pflegehilfsmittel handelt, ist es eigentlich die Aufgabe der Krankenkasse, dies der Pflegekasse mitzuteilen und den Antrag weiterzuleiten. Passiert das nicht, greifen viele pflegende Angehörige in die eigene Tasche. Daher sollte man sich im Rahmen der Pflegeberatung oder auch bei unseren Online-Coaches vorab gut informieren, bevor man die Hilfsmittel selbst zahlt.
 

Was gilt als Behandlung – was als Pflege?

Grundsätzlich ist die Krankenkasse für alle medizinischen Maßnahmen der richtige Ansprechpartner wie beispielsweise die Behandlung von Krankheiten. Die Pflegekasse übernimmt die Leistungen für die Pflegemaßnahmen und pflegerische Betreuung sowie Haushaltshilfen. Der Unterschied zwischen den beiden Kassen neben den zuständigen Aufgabengebieten ist auch, dass die Krankenkasse bis auf eine begrenzte Zuzahlung alle Kosten übernimmt, während die Pflegeversicherung nur eine Teilkasko-Versicherung ist. Wenn die eigenen Rücklagen und die Zuschüsse der Pflegeversicherung nicht reichen, muss man sich an das Sozialamt wenden.

Die Leistungen der Krankenkasse zusammengefasst:

Behandlungspflege

Service

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Hier gibt es eine Erstverordnung für 14 Tage – diese kann aber auch nach Bedarf über einen längeren Zeitraum verlängert werden. Die Pflegebedürftigen müssen 10% der Kosten für maximal 28 Kalendertage im Jahr und bis zu 10 € pro Verordnung selbst tragen.

Häusliche Krankenpflege

Diese Hilfe dauert üblicherweise bis zu vier Wochen und ist abhängig vom Krankheitsfall. Sie umfasst alle drei Pflegebereiche (Grund-, Behandlungspflege und die hauswirtschaftliche Versorgung) und kann in Ausnahmefällen auch länger als die vier Wochen andauern. Hier entspricht die Zuzahlung der der Behandlungspflege. Die Pflegebedürftigen müssen 10% der Kosten für maximal 28 Kalendertage im Jahr und bis zu 10 € pro Verordnung selbst tragen.

Haushaltshilfe

Üblicherweise wird diese je nach Krankheitsfall bis zu vier Wochen gestellt. Hier müssen die Betroffenen 10 Prozent der Kosten tragen – mindestens fünf aber maximal 10 € pro Tag.

Kurzzeitpflege

Kann bis zu 8 Wochen im Jahr beantragt werden und muss bis zum Höchstbetrag von 1612 € im Jahr entsprechend selbst finanziert werden.

Rehabilitation

Wird üblicherweise für 21 Tage und bei bestimmten Diagnosen nach einem Krankenhausaufenthalt beispielsweise wegen Knieprothese oder Herzinfarkt gewährt. Hier müssen 10 € pro Tag für maximal 28 Tage zugezahlt werden.